Danke für deine Zeit, die du dir nimmst, um diesen Artikel zu lesen. Nicht jeder ist bereit für Bildung außerhalb der Arbeitszeit zu bezahlen. Bezahlen? Du bezahlst zwar für diesen Blogartikel nicht mit Geld, aber mit Opportunitätskosten.

Dieses Thema kann entweder (wie bei mir in der Uni) in einer langweiligen BWL- Vorlesung abgehandelt werden oder wie in diesem Blogbeitrag über Opportunitätskosten kurz und praxisorientiert.

Was sind Opportunitätskosten?

Opportunitätskosten (manchmal auch als .“Schattenpreis”, Alternativkosten, Verzichtkosten bezeichnet) sind entgangene Gewinne, die dadurch resultieren, dass vorhandene Möglichkeiten (Opportunitäten) nicht wahrgenommen werden. Opportunitätskosten sind somit keine Kosten im Sinne der Kosten- und Leistungsrechnung, sondern ein Konzept, das dabei hilft den Nutzen der entgangenen Alternativen zu quantifizieren.

Während du beispielsweise gerade diesen Blogbeitrag liest, entgeht dir die Möglichkeit weiterhin an deinem Marketing zu arbeiten. Angenommen du hörst diese Podcastepisode und setzt nichts von dem Gesagten um. Dann hast du 0 Euro in dieser Zeit durch diese Aktivität verdient. Wenn du dagegen mit deinem Marketing in der Zeit 100 Euro verdient hättest, lägen die Opportunitätskosten bei der Differenz. Ergo: 100 Euro.

In der Betriebswirtschaftlicht macht man allgemein noch die Unterscheidung zwischen inputbezogenen und outputbezogenen Opportunitätskosten.

Opportunitätskosten

Inputbezogene Opportunitätskosten

Die inputbezogenen Opportunitätskosten ergeben sich aus dem relativen Deckungsbeitrag — also aus dem Deckungsbeitrag des Gutes bezogen auf den jeweiligen Inputfaktor (z.B Rohstoffe, Hilfsstoffe, Energie, Arbeit, etc.).

Outputbezogene Opportunitätskosten

Unter outputbezogenen Opportunitätskosten versteht man die entgangenen Deckungsbeiträge einer nicht gewählten Alternative, die sich aus dem Output des Produktionsprozesses ergeben. Dabei unterscheidet man noch zwischen Alternativkosten (im Vergleich mit der nächstbesten möglichen Alternative) und Optimalkosten (im Vergleich mit der optimalen Verwendung).

Wie hilft dir das Wissen über die Opportunitätskosten in deinem Unternehmen?

Jeden Tag triffst du Entscheidungen, die unmittelbar Opportunitätskosten nach sich ziehen. Bleibst du noch 5 Minuten im Bett liegen oder stehst du auf? Schaust du vor der Arbeit noch 3 YouTubevideos oder beginnst du sofort? All diese Entscheidungen haben Auswirkungen.

Doch wie nutzt du dieses Wissen über Opportunitätskosten für deinen unternehmerischen Erfolg? Der erste zentrale Punkt, der verändert, wie leichtfertig du deine Zeit hergibst, ist ein genaues Verständnis davon, wie viel deine Zeit wert ist.

Wie berechnest du deine Opportunitätskosten?

Kennst du deine eigenen Preise wirklich und hast alle Kosten, die deine ganze Unternehmensstruktur abdecken mitberechnet?

Wenn nicht kannst du deinen genauen Stundensatz jetzt hier mit einer Excel- Tabelle mit allen relevanten Nebenkosten berechnen.

https://www.youtube.com/watch?v=LEeJSiddB9Q

Wirksamkeit einzelner Aktionen kennen- EPAs

Es ist aber nicht nur essentiell deinen Stundensatz zu kennen, sondern auch die
Wirksamkeit einzelner Aktionen zu kennen, da nicht alle Optionen die gleichen Opportunitätskosten beinhalten.

Eine Begriff der sofort in den Kopf kommt, sind die so genannten EPA. Was sind EPAs? EPA ist die Abkürzung für einkommensproduzierende Aktivitäten. In jedem Job gibt es entscheidende Aufgaben, die den Großteil des Umsatzes ausmachen. Wenn du mit dem Pareto-Prinzip (durch 20% unserer Tätigkeit entstehen 80% unseres Verdiensts) bestimmst, findest du die besten und zentralsten Möglichkeiten um die Aufgaben in deinem Unternehmen zu erledigen, die wirklich von Bedeutung sind und wirklich Umsatz bringen.

Direkte EPAs wären zum Beispiel Beratungen oder handwerkliche Tätigkeiten direkt beim Kunden auszuführen und so sofort vor Ort einen Mehrwert zu schaffen. Indirekte EPAs dagegen sind zwar nicht so offensichtlich, aber nicht minder wichtig. Auch Produktrecherche / Einkauf oder die Suche nach Kooperationspartnern sind EPAs, die sorgfältig und gewissenhaft ausgeführt werden sollten, weil sie langfristig für realen Umsatz kommen und auch wenn sie erst indirekt erscheinen, einkommensproduzierend sind.

Opportunitätskosten & Skaleneffekte

Jedes Mal, wenn du eine neue Sache anfängst, wirst du massive Opportunitätskosten zahlen, weil du in diesem Bereich noch sehr unerfahren bist. Bei diesen Projekten wirst du weder Netzwerke, Empfehlungen, Kunden noch Momentum haben.

Gerade deshalb kosten Entscheidungen einen neues Projekt zu beginnen nicht „nur“ Zeit, sondern auch massive Opportunitätskosten. In der Zeit geht dir wahrscheinlich viel wertvolle Zeit verloren, die du in anderen Bereichen deutlich effektiver hättest investieren können.

Was kann man dagegen tun in Angesicht dessen dummen Entscheidungen zu treffen. Ein effektives Mittel ist es seine eigene Zeit mit einem Preis zu versehen. Angenommen dein Stundensatz ist 35€.

Wenn du dann vor der Versuchung stehst das Dschungelcamp zu schauen, wirst du 2 Mal überlegen, ob du dem Impuls nachgeben willst, wenn dich eine Folge Dschungelcamp wirklich 70 Euro an Opportunitätskosten kostet. Diese Überlegung hilft dir dabei weniger dumme Entscheidungen zu treffen.

Effektivität und Effizienz

Oft tappen wir in die Falle zu denken, dass alle unser Aufgaben und Verantwortungen essentiell und extrem wichtig sind. Leider ist das faktisch nicht wahr. Es mag sein, dass du sehr effizient bist, in dem, was du tust. Aber das heißt nicht, dass du effektiv bist.

„Wenn ich fünf Stunden Zeit hätte, einen Baum zu fällen, würde ich vier Stunden meine Säge schärfen.- Abraham Lincoln“

Unter Effektivität versteht man das Maß der Zielerreichung zu verstehen, womit das Verhältnis vom Angestrebten zum Erreichten gemeint ist. Der dahinterliegende Aufwand spielt dabei keine Rolle. Frage: Bringt uns diese Sache dem Ziel näher? Unter Effizienz versteht man das Handeln so zu optimieren, dass das gewünschte Ziel mit möglichst wenig Aufwand erreicht werden kann. Frage: Tun wir die Dinge auf die richtige Art und Weise?

Wichtig ist nun, dass du erst deine Ziele kennst(also effektiv bist) bevor du dir Gedanken machen kannst, wie du möglich effizient bist.
Angenommen du willst nach Rom gelangen. Bekanntlich führen ja viele Wege nach Rom. Wir starten in Köln und fahren mit dem Auto nach München. Von da trampen wir schließlich nach Hamburg und schwimmen den Weg bis nach Rom. Das ist effektiv, weil es uns unserem Ziel näher bringt. Macht das Sinn? Nein, weil es sehr ineffektiv ist. In diesem Fall habe ich es natürlich sehr überspitzt dargestellt.

Wieder unser Rombeispiel, um dir Effizienz zu erklären, wenn die Effektivität jedoch fehlt: Wir haben das Ziel nach Rom zu gelangen und fliegen mit dem schnellsten Flugzeug, das zur Verfügung steht direkt nach Chile. Macht das Sinn? Nein! Wir waren zwar sehr schnell und effizient unterwegs, aber nicht effektiv.
Du wirst über diese überspitzten Beispiele jetzt zwar schmunzeln, aber genau so ergeht es vielen von uns täglich. Wir räumen zuerst unseren E-Mailordner in Windeseile auf und fühlen uns produktiv. Wir waren zwar effizient, aber haben die Effektivität vernachlässigt.

Hell yeah or no Eine Daumenregel

Hier ist ein Problem, das viele von uns haben. Wir sagen vielen Sachen zu. Wir schützen unser Geld mit aller Kraft, aber unsere Zeit – das einzige, was wir nie wieder bekommen, geben wir oft mit offenen Händen weg.

In seinem Buch Anything you want liefert Derek Sivers eine effektive Daumenregel um effektive Entscheidungen zu treffen: Either it is a hell yes or it is a no. Was steht hinter der Phrase?Als Unternehmer werden sich dir viele Gelegenheiten und Möglichkeiten bieten- wahrscheinlich sogar zu vielem bewältigt zu werden.

Wie entscheidet man sich in diesem Wirrwarr der Möglichkeiten. Derek Sivers schlägt die Maxime: „Either it is a hell yes or it is a no.“ vor. Oft entscheiden wir uns für Dinge, die in Ordnung sind. Doch in Ordnung reicht oft nicht aus. Entweder soll die Entscheidung in dir eine Reaktion auslösen, die mit einem „Zur Hölle, ja“ vergleichbar ist oder es bedeutet, dass du diese Option fallen lassen solltest.

href=”https://unternehmerkanal.de/buecher-2/persoenlichkeitsentwicklung/anything-you-want-derek-sivers/

Effizienz: Die richtigen Dinge effizienter tun

Die Effektivität ist jedoch nur eine Achse, auf der man seine Entscheidungen messen kann und die Opportunitätskosten senken kann. Die andere Achse ist Effizienz. Für Unternehmer fallen mir zwei zentrale Arten ein, wie auch du es in deinem Leben umsetzen kannst.

Automatisierungen als effektives Mittel gegen hohe Opportunitätskosten

Barry Schwartz erklärt in seinem überragenden Buch: The Paradox of Choice, dass es Sinn machen kann im Vorhinein eigene Verhaltensregeln aufzustellen um nicht die Qual der Wahl haben zu müssen. Seit dem meine Regel ist meine E-Mails nur noch 1 Mal pro Tag zu checken, habe ich den Kopf beispielsweise wieder frei für wichtige Dinge! Besonders zu Beginn der Integration einer neuen Gewohnheit können diese Regeln sinnvoll sein. Später können wir die Zügel ein wenig lockerer lassen.

Die Macht der Checklisten als Möglichkeit um Denkfehler zu vermeiden

Der zweite Trick sind Checklisten. Checklisten sind so schlicht, wie sie klingen- ein Liste mit Schritten, die beim Verrichten einer Prozedur ausgeführt werden müssen. Erstaunlicherweise sind es häufig die offensichtlichen Schritte, die mit desaströsen Auswirkungen vergessen werden. Es funktioniert als Sicherheitsnetz, das gewährleistet, dass uns das Wichtigste nicht entgeht.

Sind die grundlegenden Punkte einmal abgehakt, fühlen wir uns besser gerüstet, um komplexe Aufgaben zu vollrichten. Es sind mehr als die glorifizierten To-Do-Listen, die man nicht abarbeitet. Sie können ein extrem mächtiges Werkzeug sein. Wenn wir nicht jedes Mal auf Neue überlegen müssen, was wir zu tun haben, sparen wir wertvolle Willensenergie und können diese für wichtige Fragen verwenden, wie die Frage, welchen Lieferdienst wir heute kommen lassen.

Standard-Operations-Procedures

Dabei handelt es sich um so etwas wie Bedienungsanleitungen für alle Standard-Prozesse die im Unternehmen so ablaufen. Diese SOPs werden in Form zum Beispiel von Google-Docs Dokumenten organisiert und wachsen von Tag zu Tag immer weiter an.

“Sie sind unser wichtigster Asset – jeder kann das Unternehmen genauso weiter betreiben wie ich es aktuell mache – es macht den Unternehmer frei von operativen Sorgen”

Am Anfang ist das zwar eine Menge Arbeit doch mit der Zeit spielt sich das ein. Oft macht es auch Sinn es dem Freelancer selbst zu erklären und der macht dann daraus einen neuen Eintrag in das SOP-Dokument. Damit kannst du gleich kontrollieren ob er es verstanden hat und gleichzeitig bist du Schreibarbeit los.

Du bist mehr ein visueller Typ? Auch kein Problem, man kann auch einfach mit Bildschirmaufnahmen arbeiten! Statt einem teuren Aufnahmeprogramm kannst du dafür zum Beispiel den “QuickTime Player” nutzen, der kostenfrei ist. Über den Menüpunkt “Ablage” kannst du eine neue Bildschirmaufnahme mit 2 Klicks starten, und sie direkt abspeichern.

Wie organisiere ich die Anleitungen, sodass genau die richtigen Freelancer darauf Zugriff haben?

  • Zuerst erstellst du ein Docs-Dokument auf das alle Zugriff haben
  • Du teilst das Dokument wie ein Inhaltsverzeichnis in einzelne Kapitel/Projekte auf
  • Danach erstellst in jedem Kapitel Unterkapitel mit den einzelnen Prozessen
  • Jedes Unterkapitel ist ein Link zu einem anderen Dokument
  • In diesem Dokument wird der Prozess beschrieben
  • Nun gibst du die einzelnen Dokumente immer für die Personen frei die Zugriff haben

Auch beim Unternehmerkanal nutzen wir dieses Wissen praktisch. Es gibt für die meisten Prozesse Checklisten, um alles automatisieren zu können und die Möglichkeit zu verringern, dass es zu Fehlern kommt. So können wir uns den Hirnschmalz für wichtige Ding aufsparen.

Outsourcing als effektives Mittel gegen hohe Opportunitätskosten

Einige Aufgaben können leider nicht effektiv automatisiert werden. Um dennoch keine Opportunitätskosten in Kauf zu nehmen, hast du die Möglichkeit Aufgaben, die du ungerne machst oder die andere Menschen besser erledigen können, outzusourcen.
So verhinderst du, dass du Stunden um Stunden damit verbringst, deine Zeit mit Dingen zu verschwenden, die nicht zu deinen EPAs gehören und hohe Opportunitätskosten mit sich ziehen.

009 Mehr Zeit und Geld für wichtige Dinge durch effektives Outsourcing – mit Marcus Meurer

weiligen BWL- Vorlesung  abgehandelt werden oder wie in diesem Blogbeitrag über Opportunitätskosten kurz und praxisorientiert.

Shownotes:

Excel Vorlage

Preiskalkulation für Amazon FBA Produkte

 https://www.youtube.com/playlist?list=PLXVl9bny4vHpcD9Ek59BXERnzJxNurJpL

Effektives Outsourcing

 Timestamps: 

[00:00]-[02:00] Einleitung und Intro

[02:01]-[03:40] Was sind Opportunitätskosten?

[03:41]- [07:30] Wie hilft dir das Wissen über die Opportunitätskosten in deinem Unternehmen?

[07:31]-[12:33] Wirksamkeit einzelner Aktionen kennen- EPAs

[12:34]-[15:20] Skaleneffekte

[15:21]-[17:22] Gute Entscheidungen treffen durch Wissen über Opportunitätskosten

[17:23]-[20:42] Effizienz vs. Effektivität

[20:43]- [23:15] Die richtigen Dinge effizienter tun

[23:16]- [26:10] Verabschiedung und Outro

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