In diesem Beitrag zeigen wir dir alles, was du über eine GbR Gründung wissen musst. Alle Vor- und Nachteile, sowie Themen der Haftung und Steuern werden ausführlich behandelt, sodass dies der einzige Artikel ist, den du zur GbR Gründung lesen musst. Viel Spaß!

1. Was ist eine GbR?
2. Wie wird eine GbR gegründet?
3. Welche Vor- und Nachteile gibt es bei einer GbR?
4. Die Besteuerung einer GbR
5. Die Haftung für Schulden bei einer GbR
6. Bei welcher Bank ein Geschäftskonto eröffnen?
7. Häufig gestellte Fragen und Antworten zur GbR (FAQ)
8. Zusammenfassung

Was ist eine GbR?

Bei einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) schließen sich natürliche oder juristische Personen zusammen, um einen gemeinschaftlichen Zweck zu erreichen. Gesetzliche Grundlage ist das Bürgerliche Gesetzbuch, §705. Typisch für diese Personengesellschaft sind das gemeinsame Mitbestimmungsrecht, sowie die Haftung in unbegrenzter Höhe für die GbR-Verbindlichkeiten durch jeden einzelnen Beteiligten.

Bei einer Existenzgründung wird die GbR meist dann als Rechtsform gewählt, wenn alle Gesellschafter aktiv am Erreichen des Ziels mitarbeiten und auch gemeinschaftlich von ihren Ergebnissen profitieren wollen. Für Handelsunternehmen ist diese Rechtsform jedoch nicht erlaubt. In der Praxis bietet die GbR viele Vorteile, jedoch auch einige Nachteile, die du kennen solltest.

Bist du bereit für die Details?

2. Wie wird eine GbR gegründet?

2.1 Schritt 1: Vorab Grundlegendes klären!

Mit einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts lassen sich bestimmte Ziele verfolgen, die du gemeinsam mit deinen Partnern definierst. Nicht immer muss es um die Erzielung von Gewinnen durch eine gewerbliche Tätigkeit gehen. Auch Freiberufler können sich in dieser Form zusammenfinden. Für eine GbR benötigt man jedoch immer mindestens zwei Gesellschafter.

Formelle Vorschriften für die Gründung der Gesellschaft gibt es nicht, sogar ein Handschlag reicht schon aus. Doch um Streit im Voraus auszuschließen, ist ein Abschluss eines schriftlichen Gesellschaftsvertrages unbedingt zu empfehlen.

Außerdem solltest du vorab diese Fragen beantworten:

1. Wer wird Gesellschafter?
2. Welcher Zweck wird mit der GbR verfolgt?
3. Wie viel Kapital wird für die Existenzgründung benötigt und wie viel davon bringen die Gesellschafter ein?
4. Wird ein Geschäftsführer bestimmt, der die Gesellschaft nach außen vertritt?
5. Welche Regelungen soll es zur Verteilung von Gewinnen und Verlusten geben?

2.2 Schritt 2: Den Gesellschaftsvertrag für die GbR aufsetzen

Im Gesellschaftsvertrag haltet ihr alle wichtigen Regelungen zwischen den Gesellschaftern der GbR fest. Hier bestimmt ihr außerdem, wer die Gesellschaft nach außen hin vertritt. Dieser Vertrag muss nicht von einem Notar beglaubigt werden. Einfache Muster findet ihr online – beispielsweise HIER.

Wollt ihr auf Nummer sicher gehen, so lasst euch von einem versierten Anwalt beraten. Dafür fallen zwar Kosten an, doch ein späterer Streit über unklare Vereinbarungen wird meist noch teurer. Bei der Gründung der GbR sollten diese Punkte vertraglich festgehalten werden:

• Zweck der Gesellschaft und ihr Sitz
• beteiligte Gesellschafter
• Höhe der Beteiligung je Gesellschafter
• Verteilung von Gewinn und Verlust sowie Beschränkung der Haftung, wenn es ausdrücklich gewünscht wird
• Informationspflichten und –rechte, Mitbestimmungsregelungen
• Regelungen zur Mitarbeit in der Gesellschaft (Urlaub, Verdienst bei Krankheit)
• Vereinbarung zur Tätigkeitsvergütung sowie Entnahmen
• Möglichkeiten der Übertragung von Geschäftsanteilen
• Schicksal der GbR bei Ausscheiden oder Tod eines Gesellschafters

2.3 Schritt 3: GbR beim Gewerbeamt der Kommune anmelden

Wird die gegründete Gesellschaft bürgerlichen Rechts gewerblich tätig, müsst ihr bei der zuständigen Gemeinde auch ein Gewerbe anmelden. Als Personengesellschaft werdet ihr jedoch keine eigenständige juristische Person – daher muss jeder Gesellschafter dies für sich selbst erledigen. Das gilt selbst dann, wenn ihr einen Geschäftsführer bestimmt habt.

2.4 Schritt 4: GbR beim örtlichen Finanzamt anmelden

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts erhält vom zuständigen Finanzamt eine eigene Steuernummer. Um die zu beantragen, muss ein „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ ausgefüllt werden. Zuständig ist immer das Finanzamt, in dem der Sitz der Gesellschaft ist.

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Mietet ihr Geschäftsräume an, so ist der Sitz dort. In diesem Fragebogen, den ihr auch im Internet downloaden könnt, werden neben den persönlichen Daten der Gesellschafter auch die Beteiligungsverhältnisse abgefragt. Liegt ein schriftlicher Gesellschaftsvertrag vor, so reicht diesen am besten mit ein.

2.5 Schritt 5: Geschäftskonto eröffnen

Ein eigenes Bankkonto erleichtert der Gesellschaft bürgerlichen Rechts die alltäglichen Abläufe. In der Regel dürfen alle Gesellschafter darüber verfügen, es sei denn, ihr habt es anders vereinbart. Heute empfiehlt sich ein Konto, das sich online führen lässt. Sucht euch dafür eine euch bekannte verlässliche Bank mit guten Konditionen. Hier bieten wir euch eine Möglichkeit jetzt zu vergleichen.

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3. Welche Vor- und Nachteile gibt es bei einer GbR?

3.1 Die Vorteile der GbR

3.1.1. Einfache Gründung der Gesellschaft

Eine GbR lässt sich mit wenig Aufwand gründen. Einen Standard-Vertrag, der auf die eigenen Bedürfnisse abgewandelt wird, könnt ihr im Internet finden. Für die Gründung benötigt ihr keinen Notar und keinen Anwalt. Diese Personengesellschaft wird nicht im Handelsregister angemeldet.

3.1.2 Geringe Kosten der Existenzgründung

Ein geringer Aufwand bedeutet wenige Kosten – ein Segen für Existenzgründer. So fallen für die GbR Gründung kaum Gebühren an. Darüber hinaus nimm sie auch nicht viel Zeit in Anspruch. Meist reichen schon wenige Tage aus, um starten zu können. Ein Mindestkapital, wie es von der GmbH bekannt ist, wird ebenfalls nicht gefordert.

3.1.3 Im Regelfall: keine Buchführungspflicht

Gesellschaften bürgerlichen Rechts sind nicht per Gesetz verpflichtet, Bücher zu führen. Das heißt, dass sie keine doppelte Buchführung erledigen müssen. Den Gewinn und Verlust könnt ihr mit Hilfe einer einfachen Einnahme-Überschussrechnung ermitteln. Hierfür gelten allerdings Umsatzgrenzen.

Doch als treuer Zuschauer/Leser des Unternehmerkanals weißt du bestimmt, dass die Buchhaltung seit SevDesk keine Hürde mehr darstellt.

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3.2 Nachteile einer GbR

3.2.1 Rechtsform nicht für alle Unternehmen geeignet

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts eignet sich nur dann als Unternehmensform, wenn alle Gesellschafter auch tatsächlich mitwirken möchten. Sobald Investoren Kapital im Rahmen einer Beteiligung einbringen möchten, gibt es bessere Rechtsformen. Ein gemeinschaftliches Denken ist typisch für die GbR. Alle arbeiten mit, alle verdienen mit, jeder hat das gleiche Mitbestimmungsrecht, den gleichen Anteil am Gewinn und Verlust. In der Praxis funktioniert das meist nur über eine begrenzte Zeit und wenn die Umsätze nicht hoch sind.

3.2.2 Die persönliche Haftung der Gesellschafter

In der Regel haften alle Gesellschafter für die Verbindlichkeiten der GbR, und das sogar mit ihrem privaten Vermögen. Eine Haftungsbeschränkung, die im Gesellschaftsvertrag festgelegt werden könnte, ist untypisch.

3.2.3 Das geringe wirtschaftliche Ansehen der GbR

Traditionell hat es die Gesellschaft bürgerlichen Rechts schwer, mit Geschäftspartnern Investitions- oder Lieferbeziehungen einzugehen. Die persönliche Haftung der Gesellschafter erschwert die Kreditaufnahme bei Banken und das Abschließen von Lieferverträgen.

4. Die Besteuerung einer GbR

Als gewerblich tätiges Unternehmen unterliegt die GbR in der Regel der Umsatzsteuer. Neben der monatlichen oder quartalsmäßigen Umsatzsteuer-Voranmeldung muss dafür auch eine Jahressteuererklärung abgegeben werden. Fällig wird außerdem Gewerbesteuer der Gemeinde, sobald die Freibeträge ausgeschöpft sind.

Als Personengesellschaft unterliegen die GbR-Gewinne nicht der Körperschaftssteuer, sondern werden den einzelnen Gesellschaftern zugewiesen. Jeder muss im Rahmen seiner privaten Einkommenssteuer den Gewinnanteil angeben und mit seinem persönlichen Steuersatz versteuern. Entstandene Verluste können mit der Steuer auf andere Einkommensarten verrechnet oder auch vorgetragen werden.

5.Die Haftung für Schulden bei einer GbR

Für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft bürgerlichen Rechts müssen alle Gesellschafter einstehen. Kommt es zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten, haftet zuerst die Gesellschaft selbst mit ihrem Vermögen. Reicht dieses jedoch nicht aus, um alle Schulden auszugleichen, können sich die Gläubiger an jeden einzelnen Beteiligten wenden. Die Haftung der GbR wirkt unbeschränkt bis in das private Vermögen des Gesellschafters.

Im Gesellschaftsvertrag selbst lässt sich zwar der Anteil der Beteiligten an der Haftung regeln, ein Ausschluss der Haftung an einem bestimmten Geschäft muss aber dann mit dem Partner (dem Lieferanten oder dem Kreditgeber) direkt vereinbart werden.

Die Pflicht, für die GbR einzustehen, ist auch nicht mit dem Austritt aus der Gesellschaft erloschen. Gesetzlich vorgesehen ist eine Nachhaftung bis zu einem Zeitraum von fünf Jahren. Gesellschafter, die erst später in die GbR eintreten, übernehmen auch für bereits bestehende Verbindlichkeiten die Haftung.

6. Bei welcher Bank ein Geschäftskonto eröffnen?

Die Gesellschafter können bei jeder beliebigen Bank ihr Konto eröffnen, wenn es im Guthaben geführt wird. Das ist natürlich nur dann möglich, wenn sie selbst Kapital einbringen oder die GbR einen anderen privaten Geldgeber findet. Viele Banken bieten Existenzgründern besonders günstige Bedingungen bei der Kontoeröffnung und beraten zu ihren Konto- und Gebührenmodellen. Als Hausbank überzeugen örtliche Sparkassen oder Genossenschaftsbanken durch ihr Filialnetz, in denen ein persönlicher Ansprechpartner auch Fragen mit euch direkt klären kann.

Solche Geschäftskontakte können durchaus hilfreich sein, wenn es einmal Probleme gibt oder ihr einen Betriebsmittelkredit benötigt. Diese Institute bieten die gesamte Palette der Bankdienstleistungen an, vermitteln auch Kontakte zu Versicherungen.

Da sie regional tief verwurzelt sind, kennen sie Kunden und heimische Märkte genau. Onlinebanking zählt auch bei ihnen inzwischen zum Standard. Große, deutschlandweit agierende Kreditinstitute bieten dagegen internationales Know-how und mehr Anonymität.

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7. Häufig gestellte Fragen und Antworten zur GbR (FAQ)

FAQ GbR Gründung

7.1 Was muss beim Namen für die GbR beachtet werden?

Bei der GbR Gründung ist es leider nicht möglich, einen Phantasienamen auszuwählen. Jeder Geschäftspartner muss wissen, mit wem er es zu tun hat. Da die Gesellschaft nicht ins Handelsregister eingetragen wird, müssen die vollständigen Namen der Gesellschafter in der Bezeichnung mitgeführt werden. Eine GbR, die Reinigungsdienstleistungen anbietet, könnte dann so heißen: „Marie Schulze und Silvana Müller Reinigungs-GbR“.

7.2 Was bedeutet GbR-Vertrag und was muss ich als Gesellschafter beim Vertrag beachten?

Rechtliche oder formale Vorschriften für den Vertrag einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts gibt es nicht. Trittst du als Gesellschafter in solch einen Vertrag ein, so übernimmst du damit Rechte und Pflichten. Die gemeinsam geschlossene Vereinbarung regelt, in welcher Form du mitarbeiten musst und welchen Anteil an den Ergebnissen der Gesellschaft du erhältst.

Als Gesellschafter hast du eine allgemeine Treuepflicht – du musst alles tun, um die Ziele der Gemeinschaft zu erreichen und alles unterlassen bzw. verhindern, was der Gesellschaft schaden könnte. Du unterliegst damit auch einem Wettbewerbsverbot. Gleichzeitig regelt der Vertrag auch die Mitbestimmung in der Gesellschaft sowie die Geschäftsführung.

Außerdem legt er fest, in welcher Höhe sich jeder Einzelne an der Gesellschaft finanziell beteiligt. Eine Pflicht, bei Schwierigkeiten später Geld nachzuschießen, gibt es gesetzlich nicht.

7.3 Warum ist die GbR eine Personengesellschaft?

Jede Tätigkeit der Gesellschaft ist an euch als beteiligte Personen geknüpft. Ihr bringt in der Regel sowohl eure Arbeitskraft auch als das notwendige Kapital ein. Außerdem profitiert ihr vom Gewinn der Gesellschaft und versteuert diese über eure Einkommensteuer. Solche Rechtsformen werden daher auch Personengesellschaften genannt, weil das einzubringende Kapital eher eine untergeordnete Rolle spielt.

7.4 Muss die GbR zum Handelsregister angemeldet werden?

Nein, die GbR wird nicht kaufmännisch tätig und daher entfällt auch der Eintrag in das Handelsregister.

7.5 Wo muss ich meine Gesellschaft bürgerlichen Rechts überhaupt anmelden?

Werdet ihr gewerblich tätig, so benötigst du eine Gewerbeanmeldung bei deiner Gemeinde. Außerdem musst du die Gesellschaft beim Finanzamt anmelden.

7.6 Was kostet die GbR-Gründung?

Großer Vorteil der GbR ist ihre formal einfache und kostengünstige Gründung. Die Gewerbeanmeldung kostet in der Regel zwischen 10 und 30 Euro. Einen Standard-Vertrag für die Gesellschaft bürgerlichen Rechts kannst du im Internet downloaden. Existenzgründungs-Berater, die Industrie- und Handelskammer oder die Handwerkskammer bieten außerdem Beratungen an, die erschwinglich sind. Ziehst du dafür einen Rechtsanwalt zu Rate, so musst du mit Kosten bis zu 250 Euro pro Stunde rechnen.

7.7 Die Abkürzung GbR – was bedeutet sie?

Das Kürzel steht für Gesellschaft bürgerlichen Rechts.

7.8 Braucht eine GbR ein Geschäftskonto?

Zwingend vorgeschrieben ist ein eigenes Geschäftskonto nicht. Erfahrungsgemäß fällt dir aber eine Abgrenzung privater und geschäftlicher Kosten leichter, wenn du getrennte Konten verwendest. Außerdem musst du deine Ausgaben mit Auszügen belegen, zum Beispiel beim Steuerberater oder auch beim Finanzamt.

7.9 Welche steuerlichen Vorteile gibt es bei einer GbR?

Steuerlich gesehen wirst du als Gesellschafter der GbR behandelt wie ein Einzelunternehmer. Versteuert werden nicht die Entnahmen aus der Gesellschaft, sondern nur die Gewinne.

Bei der Personengesellschaft GbR wird er je nach Anteil an der Gesellschaft jedem Beteiligten zugewiesen. Es gilt dann der persönliche Steuersatz des Steuerpflichtigen.

Eventuell entstehende Verluste können mit anderem Einkommen verrechnet oder vorgetragen werden. Für Gutverdiener mit Spitzensteuersatz (also einem persönlichen Steuersatz von 45 Prozent) lohnt sich eine GbR daher nicht.

7.10 Entsteht mit der GbR -Gründung eine juristische Person?

Mit dem Aufstellen des Vertrages der GbR wird keine eigenständige juristische Rechtsperson begründet. Die GbR selbst kann nicht verklagt werden und auch nicht selbst Klage führen. Hier werden stets die beteiligten Personen verantwortlich tätig. Diese Personenvereinigung kraft Vertrag verfügt nur über eine beschränkte Rechtsfähigkeit, sie darf am Rechtsverkehr teilnehmen und Verträge abschließen.

7.11 Wie viele Gesellschafter sind für eine GbR nötig?

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts benötigt mindestens zwei Gesellschafter. In der Regel sind es natürliche Personen, es können aber auch juristische sein. Auch andere Gesellschaften wie eine GmbH können sich also an einer GbR beteiligen.

7.12 Wer darf bei einer GbR Verträge mit Geschäftspartnern schließen?

Nach außen darf jeder Gesellschafter die GbR vertreten, so dass auch jeder Verträge unterzeichnen darf. Oft bestehen Geschäftspartner sogar darauf, dass alle Beteiligten unterschreiben. Ihr könnt im Gesellschaftsvertrag andere Regelungen treffen. Bestimmt ihr einen Geschäftsführer, so übernimmt dieser die Vertretung der Gesellschaft, auch die Vertragsabschlüsse.

7.13 Buchführung – welcher Kontenrahmen eignet sich?

Kaufmännisch tätig werden darfst du mit einer GbR nicht. Insofern bist du zu einer doppelten Buchführung nicht verpflichtet. Für deine einfache Einnahme-Überschussrechnung eignet sich der SKR03, der sich an den allgemeinen Geschäftsabläufen orientiert. Weitere Details solltest du mit deinem Steuerberater besprechen.

7.14 Ist eine GbR für Freiberufler geeignet?

Auch Freiberufler, die einen gemeinsamen Zweck verfolgen, können sich zu einer GbR zusammenschließen. Diese Gesellschaftsform eignet sich sehr gut für Pflege- und Heilberufe mit gemeinschaftlichen Praxisräumen oder auch für eine Rechtsanwaltssozietät.

7.15 Musst du die GbR beim Finanzamt anmelden?

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts benötigt eine eigene Steuernummer, sie muss daher beim Finanzamt angemeldet werden. In der Regel ist die Gesellschaft umsatzsteuerpflichtig und unterliegt der Gewerbesteuer, sobald sie gewerblich tätig wird.

7.16 Gibt es für die Gesellschafter der GbR eine Nachschusspflicht?

Von Gesetz wegen gibt es keine Pflicht der Gesellschaft, außerhalb der im GbR-Vertrag festgelegten Einlagepflicht Geld nachzuschießen, wenn finanzielle Schwierigkeiten oder gar Verluste auftreten. Im Gesellschaftsvertrag könnt ihr jedoch andere Regelungen treffen.

7.17 Benötigt eine GbR ein bestimmtes Haft- oder Stammkapital?

Nein, ein Mindest-Stammkapital wird nicht gefordert. Hier seid ihr in der Vertragsgestaltung von gesetzlichen Vorgaben frei.

8. Zusammenfassung

Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts ist eine Rechtsform für Personenvereinigungen in Deutschland. Sie eignet sich vor allem für kleinere Unternehmen, wenn sie nur geringe Umsätze erwirtschaftet. Dazu zählen vor allem Dienstleister verschiedener Bereiche sowie Freiberufler. Für Handelsbetriebe ist sie nicht vorgesehen.

Die Gründung ist schnell erledigt und vor allem kostengünstig. Das ist der große Vorteil dieser Rechtsform. Als Nachteil muss die persönliche Haftung der Gesellschafter genannt werden. Das Mitspracherecht aller Gesellschafter, sowie die eingeschränkte Rechtsfähigkeit behindern die Geschäftsabläufe oft, vor allem das Schließen von Verträgen sowie die Kreditaufnahme.

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