Sich als Fotograf selbstständig zu machen, kann eine unglaublich spannende Erfahrung sein. Du hast nicht nur die Möglichkeit, mit einigen der interessantesten Menschen zusammenzuarbeiten, sondern auch die Freiheit, kreativ zu sein und dich auf eine Art und Weise auszudrücken, die als Angestellter an einem traditionellen Arbeitsplatz vielleicht niemals möglich wäre.

Auch wenn du Hobbyfotograf bist, und dir ein Zusatzeinkommen erarbeiten möchtest hat das viele Vorteile: Du verdienst Geld mit dem, was dir Spaß macht, und kannst benötigtes Equipment steuerlich als Betriebsausgabe absetzen. Klingt gut, oder?

Es gibt jedoch ein paar Dinge, die du beachten solltest, bevor du den Sprung in die Selbständigkeit wagst. In diesem Artikel werden wir einige der wichtigsten Faktoren erörtern, die du bei der Gründung deines eigenen Fotografiestudios berücksichtigen solltest. Außerdem begleiten wir dich Schritt für Schritt auf dem Weg zu deiner Selbstständigkeit als Fotograf!

Selbstständig als Fotograf – Chancen und Risiken einer Selbstständigkeit

Die Selbstständigkeit als Fotograf bringt viele Vorteile mit sich, z. B. die Möglichkeit, an kreativen Projekten zu arbeiten und sich auf eine Art und Weise auszudrücken, die in einem traditionellen 9-5-Job vielleicht nicht möglich wäre. Außerdem kannst du selbst entscheiden, an welchen Projekten du arbeiten möchtest, und hast die volle Kontrolle darüber, wie du dabei vorgehst. Außerdem kannst du deine Kunden & Kooperationspartner frei wählen. Ein Traum?

Mit der Freiheit verbunden ist natürlich auch das Risiko, sich zu verzetteln. Insbesondere bei kreativen Tätigkeiten neigt der ein oder andere Selbstständige dazu, viele Projekte anzunehmen, verschiedenste Techniken auszuprobieren und zwischen vielen Kunden zu „springen“. Das Ergebnis ist nicht selten, dass der Gründer viel Stress hat, finanziell überschaubare Ergebnisse erzielt und die Kunden nach mehreren Ermahnungen ein mittelmäßiges Endergebnis erhalten.

Diese Risiken kann man durch gute Selbstorganisation, professionelles Vorgehen und einen durchdachten Businessplan aber vermeiden. Die Fotografie als Nebengewerbe oder hauptberufliche Selbstständigkeit können dann zu einer erfüllenden Tätigkeit werden, die Kreativität mit ordentlichem Einkommen kombiniert.

Wer den Drang verspürt sein Talent für das Fotografieren gegen Geld anzubieten sollte also weiterlesen, um den Plan in die Tat umzusetzen!

Selbstständig als Fotograf - Kreativität trifft Geschäftssinn
Selbstständiger Fotograf bei der Arbeit – Kreativität trifft Geschäftssinn

Lohnt sich das? So viel verdient ein Fotograf

Wie viel Geld ein selbständiger Fotograf verdienen kann, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, z. B. von der Art der Kunden, die er anzieht, von der Qualität seiner Arbeit und davon, wie er sich vermarktet. Es ist schwierig, eine allgemeine Aussage zu treffen, da das Einkommensniveau von Person zu Person unterschiedlich ist. Folgende Angaben helfen dir aber, das mögliche Einkommen abzuschätzen.

Stundensatz eines selbstständigen Fotografen

Der Stundensatz eines selbstständigen Fotografen hängt von vielen Faktoren ab, unter anderem von der Art des Kunden, der Qualität seiner Arbeit und dem Standort. Im Allgemeinen liegt der Stundensatz eines Fotografen je nach Erfahrung und Qualifikation zwischen etwa 50 und mehr als 200 Euro pro Stunde. Es ist jedoch wichtig zu beachten dass es sich hierbei nur um eine Schätzung handelt, da der tatsächliche Preis je nach dem Markt des Fotografen und dessen individuellen Preisen variiert.

Bei der Planung deiner Gründung solltest du auch Ausgaben wie Ausrüstungskosten, Software, Reisekosten, Studiokosten und andere damit verbundene Kosten berücksichtigen. Wir haben an anderer Stelle schon erklärt, wie man seinen Stundensatz berechnet.

Neben der Berechnung deiner Kostenseite solltest du auch Vergleichswerte aus deinem Spezialisierungsbereich sowie deiner Region heranziehen, um einen Stundensatz für die Fotografie zu finden. Ein Hochzeitsfotograf in München wird einen anderen Stundensatz verlangen können, als ein Berufskollege mit Fokus auf Passbilder in einem Vorort von Castrop-Rauxel.

Wie viel kann ich als selbstständiger Fotograf verdienen?

Als freiberuflicher Fotograf in Deutschland kann man potenziell eine ganze Menge Geld verdienen. Je nach Fähigkeiten, Standort und Arbeitseinsatz schwankt der mögliche Umsatz massiv. Während es viele Hobbyfotograf mit Nebengewerbe gibt, die zwischen 250 und 1000 Euro je Monat einnehmen können hauptberuflich Selbstständige Fotografen einen hohen vier, oder niedrigen fünfstelligen Umsatz erreichen.

Geld verdienen als selbstständiger Fotograf? Stundensätze bis zu 200€ sind möglich
Geld verdienen als Fotograf? Stundensätze bis zu 200€ sind möglich

Da die Kosten als Fotograf hauptsächlich aus Equipment, Software und Mieten bestehen bleibt vom erreichten Umsatz ein vergleichbar hoher Anteil übrig. Bitte vergiss aber nicht das Finanzamt, dass einen Teil der Einnahmen als Steuer von dir haben möchte – mehr dazu weiter unten.

Voraussetzungen für die Gründung – Was braucht man um sich als Fotograf selbstständig zu machen?

Um sich als Fotograf oder Fotografin selbstständig machen zu können, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Offensichtlich brauchst du die richtige Ausrüstung – dazu gehören in der Regel Kameras und Objektive, Beleuchtungsausrüstung und Kulissen sowie weiteres Zubehör wie Filter und Stative.

Aber wie sieht es darüber hinaus mit Grundvoraussetzungen aus?

Brauche ich einen Meistertitel oder Ausbildung als Fotograf?

Nein, Sie brauchen keinen Meistertitel oder eine spezielle Ausbildung bei einer Fotoschule, um sich als Fotograf selbstständig zu machen. Es ist jedoch wichtig, dass Sie die Grundlagen der Fotografie und ihrer Techniken kennen und verstehen. Sie sollten ein Auge für die Bildkomposition haben und mit den Prinzipien von Verschlusszeit, Blende, ISO-Einstellungen und Weißabgleich etc. vertraut sein.

Schon seit 2004 ist die Berufsbezeichnung des Fotograf nicht mehr geschützt, weshalb sich grundsätzlich jeder so nennen darf. Dementsprechend groß ist die Konkurrenz, sodass du definitiv bereits Vorerfahrungen gemacht haben solltest, bevor du den Schritt in die Selbstständigkeit wagst.

Falls du derzeit Hobbyfotograf bist, der dieses Hobby zum Beruf machen möchte, kannst du sehr einfach testen ob du deinen aktuellen Job an den Nagel hängen kannst: Gründe zu Beginn im Nebenerwerb, und bewerte den Erfolg nach einiger Zeit. Häufen sich die Aufträge, und die Arbeitszeiten in deinem Kleingewerbe werden immer mehr? Dann kannst du den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Fällt die Reaktion der Kunden eher verhalten aus hast du wenig riskiert, und ein gut bezahltes Hobby.

Brauchst du Lizenzen, Genehmigungen oder ähnliches?

Wenn man als Fotograf freiberuflich arbeiten möchte, muss man keine Lizenz oder Erlaubnis haben. Nur „Fotojournalisten“ sind Ausnahmen. Diese benötigen eine offizielle Lizenz, um ihr Geschäft zu betreiben.

Ist ein Fotograf Freiberufler oder Gewerbetreibender?

Bei der Frage, ob ein Fotograf als Freiberufler oder als Gewerbetreibender einzustufen ist, sind einige Faktoren zu berücksichtigen. Grundsätzlich zählt Fotografie zu den Freiberuflichen Tätigkeiten, und findest sich auf der Liste mit den Katalogähnlichen Berufen für Freiberufler. Die Antwort auf die Frage ist vor allem aus steuerlichen Gründen wichtig: Als Freiberufler entfällt die Gewerbesteuer, sowie zahlreiche bürokratische Auflagen.

Zur Beantwortung wird abgewogen, ob die (geplante) selbstständige Tätigkeit hauptsächlich künstlerisch und kreativ ist, oder einen eher gewerblichen Charakter hat. Die so genannte „künstlerische Höhe“ wird im Rahmen eines Gutachtens bewertet. Eine verbindliche Auskunft, wo im Einzelfall die Grenze liegt können wir an dieser Stelle leider nicht liefern, aber die Rücksprache mit dem Finanzamt, der Handwerkskammer (HWK) oder ein Berufsverband für Fotografen.

Tipp: Steuerberater hinzuziehen um teure Fehler zu vermeiden

Das Finanzamt hat häufig das Interesse hat deine Tätigkeit als gewerblich einzustufen, weil das die Steuereinnahmen erhöht. Die Gewerbesteuer fließt zu einem Großteil der jeweiligen Stadt oder Gemeinde zu, weshalb hier zusätzliche Motivation bestehen könnte die eigene Kommune finanziell zu stärken.

Bei der Durchsetzung deines Interesses, möglichst wenig Steuern zu zahlen, kann dir ein guter Steuerberater helfen. Wir vernetzen dich nach einem Klick auf diesen Link gerne kostenfrei mit einem Experten für Fotografen aus unserem bundesweiten Netzwerk. Eine Fehleinschätzung in diesem Bereich kann viele tausend Euro kosten, sodass guter Rat hier wirklich angebracht ist.

Die Vorteile für freiberufliche Fotografen

Eine Einstufung als Freiberufler, wie sie z.B. Pressefotografen erhalten, ist für viele Fotografen von Vorteil. Sie sparen sich nicht nur den Gang zum Gewerbeamt, sondern auch die Gewerbesteuer. Je nach Stadt bzw. Gemeinde liegt diese bei rund 15% des Gewerbeertrags (= des Gewinns).

Zusätzlich bietet der Status des Freiberuflers den Vorteil, dass man keine Zwangsmitgliedschaft bei der Handwerkskammer (HWK) hat, wodurch man weitere Kosten und Bürokratie einspart. Auch bei der Steuererklärung ergeben sich Vereinfachungen, denn zur Gewinnermittlung reicht die Einnahme-Überschuss-Rechnung (EÜR) aus. Viele können ihre Buchhaltung selber machen, da die „einfache Buchhaltung“ ausreicht.

Mischform zwischen freiberuflicher und gewerblicher Tätigkeit

Wirst du als Gewerbetreibender eingestuft kommst du um die Anmeldung eines Gewerbes nicht herum. Betroffen sind beispielsweise Hochzeitsfotografen, da sie reine Auftragsarbeiten erledigen, und deren Abrechnung (teilweise) auf Basis der verkauften Bilder erfolgt. Ähnlich geht es Fotografen, die ihre Werke auf Plattformen für Stockfotos verkaufen und Lizenzeinnahmen erhalten.

Der Gang zum Gewerbeamt bedeutet nicht nur die Verpflichtung zur Zahlung der Bearbeitungsgebühr (ca. 25 Euro), sondern vor allem die Pflicht zur Zahlung der Gewerbesteuer. Der einzige Wehrmutstropfen: Die gezahlte GewSt kannst du als Betriebsausgabe gewinnmindernd absetzen.

Mischform zwischen freiberuflicher und gewerblicher Tätigkeit

Bei einigen Berufskollegen lohnt sich auch eine Prüfung, ob sie den „Mittelweg“ gehen wollen. Grundsätzlich geht das immer dann, wenn sich die einzelnen Tätigkeitsbereiche buchhalterisch voneinander getrennt erfassen lassen. Wie du vermutlich beim lesen bereits gemerkt hast ist dies mit einigem Aufwand verbunden, denn den Kunden muss die Arbeitsleistung voneinander getrennt berechnet werden.

Wenn das für dich organisatorisch in Frage kommt lässt sich dadurch jede Menge Geld sparen: Dadurch lassen sich die freiberuflichen Tätigkeiten von der Gewerbesteuer befreien, und nur der gewerbliche Anteil wird damit belastet. Prüfe also dein Produktportfolio darauf, welcher Anteil der geplanten Einnahmen gewerblichen, und welcher Anteil freiberuflichen Charakter haben könnte.

Basierend darauf kannst du entscheiden, ob es sich lohnt die Mischform anzustreben.

Tipp: Bei dieser Entscheidung kann dir ein erfahrener Steuerberater für Fotografen weiterhelfen. Wir verknüpfen dich gerne mit einem passenden Steuerexperten für Fotografen.

Zwischenfazit – Welche Rechtsform für einen Fotografen?

Ob du ein Gewerbe anmelden musst oder nur die Tätigkeit eines Freiberuflers hängt von deinem Vorhaben und deiner Spezialisierung ab.

Je nachdem in welchem Bereich du aktiv werden möchtest, und wie du dein Talent zu Geld machst wird die Einschätzung der „künstlerischen Höhe“ ausfallen.

Sind Fotografen Freiberufler oder Gewerbetreibende?

Vorbereitung der Gründung – Diese Fragen solltest du beantworten

Bist du bereit als selbstständiger Fotograf durchzustarten, und deine Leidenschaft zum Beruf zu machen?

Diese Fragen solltest du im Voraus beantworten, um deine Selbstständigkeit ideal vorzubereiten.

Selbstständig machen als Fotograf? Diese Fragen solltest du vor der Gründung klären!

Fotograf im Nebenerwerb oder Existenzgründung?

Möchtest du deinen aktuellen Hauptjob beibehalten und eine Nebentätigkeit aufnehmen? Oder planst du eine Existenzgründung um den Großteil deines Haushaltseinkommens mit der Fotografie zu bestreiten?

Die Antwort auf diese Frage ist sehr wichtig, da sie viele der nachfolgenden Antworten beeinflusst. Das gute ist aber: Sie ist nicht in Stein gemeißelt. Wer heute nebenberuflich beginnt kann mit viel Fleiß und etwas Glück nach einiger Zeit seinen Job als Angestellter kündigen, und in die Unabhängigkeit starten.

Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen?

Um kleine Unternehmen auf finanzieller und bürokratischer Seite zu entlasten gibt es die so genannte Kleinunternehmerregelung. Sie eignet sich vor allem für Fotografen im Nebengewerbe, kann in diesem Fall aber sehr nützlich sein.

Die Kleinunternehmerregel vereinfacht die Umsatzsteuer für alle, deren

  • Umsatz im aktuellen Kalenderjahr unter 22.000 Euro liegt und
  • deren Umsatz im kommenden Jahr unter 50.000 Euro zu erwarten ist

Was die Vor- und Nachteile der Anwendung der Kleinunternehmerregel sind erklären wir dir in folgendem Video:

Die Kleinunternehmerregelung von A-Z erklärt – Auch für Fotografen eine Option

Besonders markant für die Kleinunternehmerregelung sind der Wegfall der Umsatzsteuervoranmeldung sowie eine kleine Anpassung auf der Kleinunternehmer Rechnung. Besonders wichtig für Neueinsteiger im Fotografenberuf ist allerdings, dass bei Anschaffung von Equipment die „Vorsteuer“, also der Anteil der Umsatzsteuer an den Ausgaben, nicht wie üblich zurückerstattet wird. Wäge also vor der Entscheidung die Vor- und Nachteile ab. Falls du dir unsicher bist macht es Sinn mit einem Steuerberater über diese Frage zu sprechen.

Standort für dein Fotostudio

Wenn du einen Raum für ein Fotostudio mieten möchtest, musst du mehrere Dinge beachten. In erster Linie musst du sicherstellen, dass der Raum in Bezug auf Größe und Ausstattung deinen Bedürfnissen entspricht. Je nach der Art der Fotografie, die du planst, benötigst du einen größeren oder kleineren Raum mit geeigneter Beleuchtung, Steckdosen und der Möglichkeit entsprechende Hintergründe zu platzieren.

Bevor die Planung aber zu tief ins Detail geht: Benötigst du überhaupt ein Fotostudio, oder bietet sich bei deiner Spezialisierung an die Fotos beim Kunden oder an anderen Locations zu machen? Prüfe auch ob es zu beginn nicht die Möglichkeit gibt sich bei Bedarf in einem anderen Studio einzumieten, um Risiko und Kosten zu minimieren.

Bedenke bei der Planung bitte auch, dass du ggfs. eine Raum benötigst um potenzielle Kunden und Geschäftspartner zu treffen, um Projekte zu besprechen. Dein eigener Arbeitsplatz sollte auch berücksichtigt werden, da die Nachbearbeitung und Auswahl der besten Schüsse sehr viel zeit in Anspruch nehmen kann.

Analyse der Konkurrenz

Ein selbstständiger Fotograf kann die Konkurrenz auf verschiedene Weise analysieren. Unserer Meinung nach sollte eine Konkurrenzanalyse aus Sicht des Kunden beginnen: Wie würden potenzielle Neukunden nach Anbietern wie dir suchen? Genau diese Schritte musst du nachvollziehen und selbst erledigen, und die angezeigten Fotografen genauer ansehen.

Konkret beginnt der Prozess häufig mit einer Suche bei der Suchmaschine deiner Wahl. Sinnvolle Suchwörter sind deine Spezialisierung, ergänzt um den Namen deiner Stadt oder Region. Zum Beispiel „Hochzeitsfotograf Hamburg“ oder „Immobilienfotograf Kassel„.

Gehe dann die Ergebnisse nach und nach durch, und recherchiere die Stärken und Positionierungen deiner zukünftigen Marktbegleiter. Ziel ist es dabei herauszufinden wer genau welche Leistungen anbietet, und wo die Schwerpunkte sind.

Nicht nur Suchmaschinen, sondern auch die gängigen Social-Media Plattformen Instagram und Facebook können als Akquisekanal genutzt werden. Sieh dich auch dort um was deine Mitbewerber veröffentlichen um Kunden anzuziehen, und worauf sie sich spezialisiert haben.

Spezialisierung auf wenige Bereiche

Für Fotografen ist es wichtig, sich zu spezialisieren, um erfolgreich zu sein, und nicht zu versuchen, alle Bereiche der Fotografie abzudecken. Durch die Spezialisierung auf einen oder zwei bestimmte Bereiche kann der Fotograf zu einem Experten in seinem Handwerk werden, der einen sachkundigeren Service und damit qualitativ hochwertigere Ergebnisse bietet.

Neben einem höheren Wiedererkennungswert sorgt die Spezialisierung vor allem für mehr Weiterempfehlungen, sowie die Möglichkeit als Profi einen höheren Preis durchzusetzen. Wie du die Positionierung genau durchführen kannst erfährst du im Buch „Positionierung“ von Peter Sawtschenko.

Portfolio – Welche Produkte & Dienstleistungen möchtest du anbieten?

Die Summe der Antworten auf die oben gestellten Fragen ergibt ein Gesamtbild von deinem Marktumfeld. gemeinsam mit deinen persönlichen Interessen, Talenten und Stärken kannst du nun entscheiden welche Produkte & Dienstleistungen du als selbstständiger Fotograf anbieten solltest.

Freiberufler oder Gewerbeanmeldung?

Sobald das feststeht kannst du dich an das Finanzamt wenden und anfragen, ob dein geplantes Portfolio als freiberufliche oder gewerbliche Tätigkeit gewertet wird. Gegebenenfalls musst du nach der Entscheidung noch einmal kleinere Anpassungen daran vornehmen, um es dir aus steuerlicher und bürokratischer Sicht einfacher zu machen.

Marketing-Konzept für deine Tätigkeit als Fotograf

Überlege dir im Voraus, auf welchem Wege du deine ersten Kunden finden möchtest. Jede Spezialisierung bringt verschiedene Möglichkeiten zum Marketing mit sich. Beispielsweise kann ein Business-Fotograf mit Sicherheit auf LinkedIn passende Aufmerksamkeit generieren, während ein Immobilien-Fotograf alle lokalen Immobilien-Makler persönlich besuchen sollte.

In jedem Fall solltest du eine gute Webseite erstellen, und die Grundlagen im Bereich Suchmaschinenoptimierung (SEO) beachten. Nur so können dich Interessenten finden und einen guten Ersteindruck deiner Services bekommen.

Exkurs: Businessplan erstellen oder Business Model Canvas?

Häufig wird Gründern empfohlen einen Businessplan zu erstellen bevor losgelegt wird. Das ist grundsätzlich sinnvoll, nimmt aber auch sehr viel Zeit in Anspruch.

Wir empfehlen in der Regel ein Business Model Canvas auszufüllen. Gerade zu Beginn ändert sich das eigene Konzept immer mal wieder, was sich mit diesem Tool sehr schnell abbilden lässt – ein umfangreicher Businessplan ist da deutlich weniger flexibel.

Selbstständigkeit als Fotograf starten – Ablauf der Gründungsphase

Bevor das Fotografieren auf eigene Rechnung los geht müssen noch ein paar Dinge erledigt werden. keine Sorge, wir begleiten dich Schritt für Schritt bis zur Aufnahme deiner Tätigkeit, und haben alle passenden Ressourcen zur Hand.

Bereit? Los gehts!

Anmeldung als Freiberufler oder Gewerbeanmeldung

Falls das Finanzamt deine Tätigkeit entsprechend eingestuft hat musst du zuerst ein Gewerbe anmelden. Das geht ganz einfach beim Gewerbeamt deiner Stadt, und bei vielen Kommunen ist eine Online Gewerbeanmeldung möglich. Folge dazu einfach unserem Ausführlichen Guide zum Gewerbe anmelden.

Gewerbeanmeldung von A-Z – Schritt für Schritt Anleitung für Fotografen

Sobald du das erledigt hast geht es weiter zum nächsten Punkt – Freiberufler gehen „direkt über los“ und können diesen ersten Punkt überspringen.

Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen

Nun folgt die Anmeldung deiner Tätigkeit beim Finanzamt, egal ob Gewerbe oder Freiberufler. Fülle dazu den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung über das Elster-Portal aus.

Geschäftskonto eröffnen

Trenne von Anfang an deine geschäftlichen von den privaten Finanzen, indem du ein Geschäftskonto eröffnest. In unserem Geschäftskonto Vergleich findest du einen passenden Anbieter für deinen Bedarf. Gerade als Einzelunternehmer findest du verschiedene kostenfreie Geschäftskonten mit guter Leistung.

Anmeldung bei der Handwerkskammer (HWK) / Industrie- und Handelskammer (IHK)

Die Handwerkskammer (HWK) bzw. die Industrie- und Handelskammer (IHK) werden bei Anmeldung deiner Selbstständigkeit automatisch informiert. Gegebenenfalls erreicht dich ein Fragebogen, in denen du Details zu geplanten Umsätzen angeben musst. Die Abrechnung der Beiträge erfolgt nach Abgabe deiner Steuererklärung im nächsten Jahr.

Die ersten Kunden finden

Egal ob Nebengewerbe oder Hauptberuf – ohne Kunden wird es schwer. Beginne mit der Umsetzung deines Marketingkonzepts, sprich mit potenziellen Kunden und strategischen Partnern, die dich weiterempfehlen können.

Jetzt wartet der schönste Teil auf dich:

Deine erste Rechnung schreiben als Fotograf

Nach getaner Arbeit darfst du deine erste Rechnung schreiben – Herzlichen Glückwunsch! Damit das schnell und rechtssicher von der Hand geht haben wir dir eine Kleinunternehmer Rechnungsvorlage sowie eine normale Rechnungsvorlage vorbereitet.

Abseits davon empfehlen wir dir einen Blick in unseren Rechnungsprogramm Vergleich und unseren Buchhaltungsprogramm Vergleich zu schauen.

Fazit – Selbstständig machen als Fotograf

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Start in die Selbstständigkeit als Fotograf keine schwierige Aufgabe ist und in wenigen Schritten erledigt werden kann. Bevor du die erste Rechnung für deine Bilder schreiben kannst sind nur wenige Schritte notwendig.

Die wichtigste Formalie ist, dass Sie Ihr Gewerbe bzw. Ihre Freiberuflichkeit beim Finanzamt anmelden. Je nach Tätigkeit gilt ein Fotograf als Freiberufler oder Gewerbetreibender – was hauptsächlich einen steuerlichen Unterschied hat.

Die eigene Positionierung und Spezialisierung zu finden ist unfassbar wichtig für den langfristigen Erfolg, denn die Konkurrenz ist groß. Aber egal ob es um Nebenerwerb oder Hauptberuf geht: Mit den eigenen Bildern Geld zu verdienen muss kein Traum bleiben, sondern ist realistisch möglich. Viel Erfolg bei der Umsatzung!